Sehenswertes in der Gemeinde

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Sehenswertes in Rügland
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GLÄSERNE STELE

An der Ansbacher Straße, zwischen Kirche und Schloss

Erlaubt einen Blick auf Einst und Jetzt. Die Gläserne Stele steht auf einem durch Pflaster angedeuteten kleinen Platz zwischen der Kirche und dem Wasserschloss an der Ansbacher Straße. Zwischen jeweils zwei Glasplatten des vierflügeligen Kunstwerkes sind historische Ansichten von Rügland in der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu sehen. Dass die Rügländer Stele, die auch spätere Generationen noch an die Dorferneuerung erinnern soll, schon etwas Besonderes ist, bestätigten verschiedene Behördenvertreter. Außer in größeren Städten und dort zu anderen Zwecken aufgestellt gebe es seines Wissens in der Region kein solches künstlerisch gestaltetes „Flurbereinigungsdenkmal". Das Wissen um ein Fotoalbum im Pfarrarchiv mit über 200 Bildern von detaillierten und gestochen scharf abgelichteten Ortsansichten aus der Zeit von 1895 bis 1902 war die Grundlage, auf der die Idee reifte, zumindest einen kleinen Teil dieses heimathistorischen Schatzes für das Abschlussdenkmal der Dorferneuerung ans Tageslicht zu holen. Die Künstler Harmes Arnold aus Heroldsberg und Klaus Dieter Eichler wurden von Bürgermeister Rudolf Tischer beauftragt, die Idee baulich und gestalterisch umzusetzen. Die Dorferneuerungs Architektin Brigitte Sesselmann (Nürnberg) und Fritz Prägert, der selbst begeisterter fotografischer Chronist seiner Heimatgemeinde Rügland ist, fertigten die Texte zu den Bildern, zu denen auch Schlossherr Guido Freiherr von Crailsheim aus seinem Fundus welche beisteuerte. Das sind zum Beispiel eine alte Schlossansicht oder ein besonders anrührendes Bild, auf dem zwei Kinder oder Jugendliche vor über 100 Jahren auf einem Floß über den Wassergraben des Schlosses staken. Weitere alte Fotografien zwischen den Glasflügeln der Stele erlauben einen unmittelbaren Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart in Rügland. Man braucht zum Beispiel nur den Blick wandern zu lassen und abwechselnd die Reproduktion und das Original des 1768 erbauten „Ritterhauses" betrachten, das rund 50 Meter von der Stele entfernt ist. Als berühmteste Gäste in diesem Gästehaus der Familie von Crailsheim gelten Lola Montez und der abgedankte Bayernkönig Ludwig I. Die optische Reise zwischen Jetzt und Einst kann beispielsweise weitergehen mit einem Blick über die Schulter: Die Ansbacher Straße heute oder vor rund 100 Jahren im Vergleich. Die vergleichende Betrachtung offenbart auch die vielen Veränderungen, die es in einem Jahrhundert in Rügland gegeben hat. Viele Gebäude der vorletzten Jahrhundertwende gibt es nicht mehr. Beispielsweise das „Amtshaus", das im Zweiten Weltkrieg weggebombt wurde. Das „Ritterhaus" daneben hatte Glück im Unglück: Eine 250 Kilogramm schwere Sprengbombe fiel genau in den Kamin des alten Gebäudes, blieb dort stecken, explodierte aber nicht und konnte entschärft werden.




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KIRCHE ST. MARGARETHA

Eine erste der Hl. Margaretha geweihten Kirche ließen die Vestenberger Grundherren 1486 in Rügland errichten. Ein neuer Kirchturm entstand 1605 unter dem Grundherren Georg Friedrich von Crailsheim. Diese Kirche wurde im Jahre 1752 abgebrochen. Die neue Kirche wurde 1754 eingeweiht und entsprach zu dieser Zeit dem Baustil der protestantischen Kirchenbauten im markgräflich-ansbachschen Raum mit einem Kanzelaltar im Osten. Die Kirche baute der Ansbacher Maurermeister Jakob Wallgreuth. Für 50 Mitglieder der Familien von Giech, von Vestenberg und von Crailsheim ist dies ihre letzte Ruhestätte. Mit Ernst Ludwig Sebastian von Crailsheim, gestorben 1823, fand die letzte Bestattung in der Rügländer Kirche statt. Die umfangreiche Bemalung der Emporenbrüstungen haben der Rügländer Kirche auch den Namen Bilderkirche eingebracht.»Extraditionsplan aus dem Jahre 1833«, Vermessungsamt Ansbach.




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WASSERSCHLOSS

Schloßführungen sind nach Voranmeldung möglich
Anmeldung: Gemeindeverwaltung Rügland, Tel. 09828 244 oder Rudolf Tischer, Tel. 09828 291

Das Schloss der Familie von Crailsheim: Am 20. April 1584 kauft Ernst von Crailsheim (1526 – 1596), Geheimrat und Statthalter zu Ansbach, das Gut Rügland von Hans von Vestenberg. Mit verkauft wurden: »das alte Haus zu Rosenberg« (Burg) und das »neue Haus zu Rügland« (Schloss). Von der Burg Rosenberg steht heute noch eine Eckturmruine. Vom Vestenberg’schen Schloss ist außer dem Keller unter dem »Alten Schloss« nichts mehr vorhanden. Ein Sohn von Ernst, Georg Friedrich Jun. von Crailsheim (1588 – 1647) erhielt bei der Aufteilung des väterlichen Nachlasses das Rittergut Rügland. Sein Vormund Johann Philipp von Crailsheim vollendete 1611 an der Stelle eines abgebrochenen Teiles des Vestenberg’schen Schlosses durch den Rügländer Zimmermann Simon Nehring einen Fachwerkbau, der als das jetzige »Alte Schloss« den Nordflügel der heutigen Schlossanlage bildet. Sein Sohn Johann Ulrich von Crailsheim (1626 – 1687) erwarb durch Tausch 1666 den sogenannten »Heilsbronner Hof« (heute Forsthaus). Sein Sohn Hannibal Friedrich von Crailsheim (1657 – 1744), Oberst und »Wirklicher Kaiserlicher Rat«, ist der Erbauer des heutigen »Neuen Schlosses« Rügland. Die Pläne dafür fertigte Karl Friedrich von Zocha, der spätere Ansbacher Hofbaumeister. Begonnen wurde der Neubau Anfang April 1714, abgeschlossen Ende 1717. Wilhelm Friedrich Gottfried von Crailsheim (1700 – 1742), vor allem aber dessen Söhne Albrecht Ernst Friedrich und Julius Wilhelm (1736 – 1805) hatten höchste Ämter an markgräflichen Höfen in Bayreuth und Ansbach inne. Im Jahre 1761 ließ Albrecht Ernst Friedrich von Crailsheim (1728 – 1794) Kostenvoranschläge über einen neu zu erbauenden Schlossflügel erstellen. Zu einem Bauauftrag, dem das heutige »Alte Schloss« zum Opfer gefallen wäre, kam es wohl aus finanziellen Gründen nicht. Stattdessen wurden umfangreiche Reparaturarbeiten am »Alten Schloss« durchgeführt und die hölzerne Zugbrücke durch die heutige Steinbrücke ersetzt. Bis 1838 lebte in Rügland der Sohn von Julius Wilhelm, Franz Georg von Crailsheim (1777 – 1838), nach seinem Tod blieb zwar die Witwe, die »alte Pine«, weiter in Rügland, das Schloss wurde jedoch seither nicht mehr ständig bewohnt. Der Sohn von Franz Georg, Fedor Freiherr von Crailsheim (1820 – 1885), Landrat (Bezirksamtmann) des Landkreises Ansbach, hielt sich mit seiner Familie im Sommer in Rügland auf. Als sein Sohn Philipp Freiherr von Crailsheim (1861 – 1930) das Wohnrecht im 1. Stock 1885 erwarb und sein Vetter Sigmund Freiherr von Crailsheim (1866 – 1933) im Jahre 1895 ganz nach Rügland zog, befand sich das Schloss in einem stark heruntergekommenen Zustand. Damals wurde die Anlage innen und außen umfassend renoviert. Nach dem Tod des Vaters Philipp bezog Hanns Freiherr von Crailsheim (1888 – 1975) die Wohnung in Rügland im 1. Stock. Gleichzeitig übernahm Krafft Freiherr von Crailsheim (1895 – 1980) die Erdgeschosswohnung seines Vaters Sigmund. Heute gehört das Schloss der von Crailsheim’schen Familienstiftung. Hanns-Jürgen Freiherr von Crailsheim (geb. 1932) steht das Wohnrecht im Erdgeschoß des »neuen Schlosses« zu. Die Räume des 1. Stocks werden mit den vorhandenen wertvollen Inventargegenständen als sogenanntes »Familienmuseum« erhalten und gelegentlich für Veranstaltungen genutzt.




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MAUSOLEUM

Ein Mausoleum als Grablege der Familie von Crailsheim wurde 1909 nach Plänen von German Bestelmeyer am Waldrand des Rosenbergs an der östlichen Ortseinfahrt errichtet.



SCHLOSSANLAGE UND GARTEN

Der Innenhof der hufeisenförmigen Schlossanlage schließt nach Osten mit einer aufwändig gestalteten Steinbalustrade ab. Getrennt durch den Wassergraben liegt dem Innenhof im Osten der Schlosspark gegenüber. Hannibal Friedrich von Crailsheim ließ um 1700 den Schlossgarten als barocken Park anlegen. Ihre bedeutendste Zeit hatte die Anlage unter seinem Enkel, Albrecht Ernst von Crailsheim, als der anerkannte Hofgärtner Daniel Siegmund Triebel in Rügland weilte und ein Lustgarten wichtiger Bestandteil feudaler Hofhaltung war. Bei der Schlossrenovierung im Jahre 1895 wurde der Garten neu angelegt und auf seine heutige Größe reduziert. Umfangreiche Terrassenanlagen östlich des Baches wurden aufgegeben (siehe alte Karte).

Das vorhandene Gärtnerhaus an der Neustädter Straße bestätigt heute noch die Bedeutsamkeit der früheren Anlagen. Dem erdgeschossigen Mansarddachgebäude, erbaut im 18. Jahrhundert, ist nach Süden zum Park ein Garten auf zwei Etagen vorgelagert.

Daneben steht das Forsthaus, der ehemalige »Heilsbronner Hof«, den die Familie von Crailsheim 1666 erwarb. Die Jahreszahl 1753 über dem Türsturz weist auf eine grundlegende Sanierung hin. Der Eingang vom Dorf zum Schloss erfolgte früher über den hufeisenförmigen Wirtschaftshof. Das Tor und ein Amtsdienerhäuschen, vor 1690 erbaut, wurden im 2. Weltkrieg zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte in vereinfachter Form.




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TÜRKENKREUZ

Das Türkenkreuz auf dem Friedhof von Rügland erzählt gleich eine ganze Geschichte:
„Hier ruht in Gott Carl Osman, ward geb. in Constantinopel 1655/ vor Belgrad gefangen 1688/ zu Rügland getauft 1727/ in diensten gestanden 47 Jahr, starb 1735 alt 80 Jahr“

Freiherr Hannibal von Crailsheim hatte als Obristwachtmeister im Kriege gegen den Großwesir Kara Mustafa bei der Eroberung von Ofen 1686 eigenhändig ein paar Türken gefangengenommen und sie, wie damals allgemein üblich, als merkwürdige Beutestücke nach Rügland mitgebracht. Der spätere Wilde Markgraf, übernahm bei der Taufe des Belgrader Gefangenen die Patenstelle. Carl Osman schenkte anlässlich seiner Taufe der Kirche zwei Augsburger Silberleuchter. Für seine Beerdigung setzte er schlitzohrig von seinen Ersparnissen jedem Teilnehmer fünf Kreuzer aus; so kam er zu einer „großen Leich“ mit sage und schreibe 925 Trauergästen.



STRASSENRÄUME

Historische Ortsstruktur
Das historische Rügland ist in seiner Topographie heute noch nachvollziehbar und kann in zwei wesentliche Bereiche unterteilt werden: Im älteren Teil an der Ruppersdorfer Straße siedelten die bäuerlichen Anwesen. Um das Schloss in der Ortsmitte bis zur Gabelung Hirtenweg gab es Gebäude mit Sonderfunktionen, wie Pfarrhof, Gutsverwaltung etc. Der zeitlich neuere Nachsiedlungsbereich, vor allem Kleinhäuser von Handwerkern und Tagelöhnern, entstand zwischen 1650 und 1750 hangaufwärts Richtung Rosenberg an der Neustädter Straße. Etwa zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Rügland, nicht zuletzt dank der konstanten Ansiedlungspolitik der v. Crailsheim’schen Familie eine vielfältige Struktur. So besaß es u. a. zwei Mühlen, eine Lohmühle, eine Brauerei mit Brennerei, eine Ziegelbrennerei, ein Sägewerk, Textil-, Haushaltswaren- und zahlreiche Lebensmittelgeschäfte, eine Post, einen Arzt, einen Zahnarzt und einen Bader, das Forstamt, das Patrimonialgericht, einen Kindergarten und eine Volksschule. Dazu alle für ein Gemeinwesen notwendigen Handwerksbetriebe wie Schmiede, Maurer, Metzger etc., wovon die meisten noch eine kleine Landwirtschaft unterhielten.

Außerdem war eine große Anzahl von Hausgenossen ansässig, darunter Tagelöhner, Handlanger und Witwen mit ihren Kindern. Der Mangel an Einkünften ließ ihnen oft keine andere Wahl, als sich auch über Formen von Kleinkriminalität am Leben zu erhalten – wie das verbotene Abgrasen von Gemeindeland und Wilderei. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Rügland etwa 300 Einwohner. Nach dem 2. Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl an, viele Flüchtlinge aus den Ostgebieten haben in Rügland ihre neue Heimat gefunden. Heute zählt Rügland mit Lindach und Rosenberg ca. 670 Einwohner.

Ansbacher Straße
Für die Anlage des Wasserschlosses, zentral im Talraum der Mettlach, wurde ein Damm aufgeschüttet auf dem die Ansbacher Straße liegt. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich an der Steinbrücke eine Lohmühle. Die Wehranlagen unterhalb der Brücke regulieren den Zufluss zum mit Fischen besetzten Schlossweiher. Südlich der Mettlach an der Ansbacher Straße ist der Eis- und Braukeller erhalten geblieben, aber heute nicht mehr in Betrieb, eine angebaute Kegelbahn an der Straße ist verschwunden. Der Keller gehörte zu Brauerei und Wirtshaus »Schwarzer Adler« an der Ruppersdorferstraße 1, früher eines der wichtigsten Anwesen am Ort. An der oberen Kehre des Ortseingangs von Ansbach kommend liegt heute noch das Anwesen der ehemaligen Färberei. Die Nutzung der Kleinhäuser gegenüber dem Schloss stand immer in Zusammenhang mit der Gutsherrenschaft und erfuhr im Laufe der Zeit mehrere Änderungen. So wird auch von einem kleinen Gefängnis in einem der noch vorhandenen Gebäude berichtet. Am wichtigen Knotenpunkt der Wege Ansbacher Straße und Ruppersdorfer Straße, gegenüber Schloss und Kirche, hatte sich die ehemalige Dorfschmiede etabliert.

Industrieschule und Arbeitsschule
An seinem Vermählungstag am 20. April 1804 stiftete Franz Georg von Crailsheim eine Industrie- und Arbeitsschule in Rügland. Sie war die erste Schule dieser Art im ehemaligen Rezatkreis, bis zu 41 Schülern wurde Unterricht erteilt. Die Kinder erlernten Handarbeiten wie Stricken und Spinnen, die Mädchen zusätzlich Nähen, die Buben noch Korbflechten und die Obstbaumpflege. Die gefertigten Produkte wurden an einem Feiertag im Schloss versteigert. Anschließend gab es ein Fest auf dem Rosenberg, bei dem die Kinder Kuchen und Bier erhielten und ihre gefertigten Sachen ausgetanzt wurden. Die Kinder erhielten für ihre Arbeit aber auch Lohn, z. B. für das Nähen eines Männerhemdes 10 Kreuzer. Der Wohlstand der Bevölkerung wurde durch die Einrichtung der Schule verbessert. Nach dem Tode des Gründers 1838 blieb die Schule noch bis 1848 erhalten.



NEUSTÄDTER STRASSE

Amtshaus
Das Crailsheim’sche Amtshaus war ein imposantes Renaissancegebäude in einer Reihe von Sonderbauten an der Neustädter Straße. Es stand axial auf die Ansbacher Straße ausgerichtet und prägte so ganz wesentlich die historische Ortsmitte. Mitte des 17. Jahrhunderts zweigeschossig erbaut präsentierte es eine breit gelagerte Giebelfront und als Besonderheit ein Krüppelwalmdach. Nach Auflösung des Patrimonialgerichts um 1852 erwarb es der damalige Crailsheim’sche Förster Friedrich Ruppert (1821 – 1906), seit dem im Volksmund Ruppertshaus genannt. Nach seinem Tod erwarb es von den Erben Ruppert-Unger der Apotheker Schneider, weshalb es zuletzt Apothekerhaus hieß. Am 16. April 1945 zerstörte eine amerikanische Bombe das Haus und tötete drei Menschen im Keller. Nach dem Krieg wurde die Ruine des Hauses für die Witwe wieder bewohnbar aufgebaut. Am 21. Mai 1969 musste das Haus für die Straße zur Weinberg-Siedlung weichen.

Pfarrhaus
Das ursprüngliche Pfarrhaus befand sich in der heutigen Ruppersdorfer Straße im damaligen Hsnr. 49, heute steht dort der Stall der Familie Greifenstein. Nach 1663 befand sich im Hsnr. 49 die Schule. 1663 wurde ein neues Pfarrhaus nördlich gegenüber der Kirche erbaut. Es hatte einen markanten gestuften Giebel. Der Pfarrhof grenzte mit einer Fachwerkscheune an das ehemalige Amtshaus an. Die Bombardierung durch die Amerikaner am 16. April 1945 überstand das Pfarrhaus nur durch das beherzte Eingreifen der Bevölkerung. Die Nachbargebäude brannten aus, beim Pfarrhaus wurde das Dach durch den Luftdruck der Bomben abgedeckt. 1968 wurde das Pfarrhaus abgebrochen und 1969/70 durch einen Neubau ersetzt, der von der Straßenfront zurückwich.

Ritterhaus
Das Gebäude wurde 1768 von Hauptmann Ernst Ludwig Sebastian von Crailsheim erbaut, später vom Rittmeister von Falkenhausen (1826) und anschließend vom Regimentsquartiermeister Mussinan erworben, in dessen Besitz es bis 1860 blieb. Im Volksmund wurde das Gebäude deshalb Ritterhaus genannt. Das Ritterhaus diente als Gästehaus derer von Crailsheim. Ein prominenter Gast soll Lola Montez gewesen sein, die den abgedankten König Ludwig I. bei seinem Besuch in Rügland im Jahre 1848 begleitete. Nach 1860 wurde das Gebäude an Privatleute verkauft. Mitte des 20. Jahrhunderts diente es neben der Wohnung im Obergeschoss als Textilgeschäft. Später kamen ein Schreibwarenladen und eine Sparkassenfiliale dazu, bis es letztlich 1985 von den Vereinigten Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach aufgekauft wurde. Dem markanten Gebäude, das früher den Mittelpunkt des Dreiklanges zwischen Amtshaus und Schule bildete, fehlt heute die östliche Rahmung durch das Amtshaus, das an Stelle der Weinbergauffahrt stand. Beeindruckend ist das hohe Kellergewölbe, dessen seitlicher Zugang nahezu 4,00 m in die Tiefe führt.

Schulhaus
Ab 1663 befand sich die Schule im Gebäude Nr. 49, anstelle des heutigen Stalles des Anwesens Ruppersdorfer Straße 1. Im Jahre 1833 verkaufte Regimentsquartiermeister Mussinan, der Besitzer des Ritterhauses, das Gesindehaus Nr. 6 als Schulhaus an die Gemeinde Rügland. Schulunterricht fand im Erdgeschoss statt, der obere Stock diente als Lehrerwohnung. Aus Platzgründen wurde 1891 ein Anbau aus Backstein-Sichtmauerwerk mit flachem Dach angefügt. Am 16. April 1945 zerstörte ein Bombentreffer teilweise den zweistöckigen Schulbau. 1949 wurde das Haus wieder aufgebaut. Der Schulunterricht endete mit der Auflösung des Schulverbandes Rügland am 1. August 1969.




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ZIEHBRUNNEN
ROSENBERG

Ziehbrunnen zu Haus Nr. 4, wohl des 18. Jahrhunderts mit Rechteckbecken sowie Gebälkaufbau mit Brunnenrad und Ziegeldach.



EVANG.-LUTH. PFARRKIRCHE ST.BARTHOLOMÄUS
UNTERNBIBERT




Vermutlich seit der Reformation wird die ab Anfang des 15. Jahrhunderts errichtete Unternbiberter Kirche als "St. Bartholomäus-Kirche" bezeichnet, vorher war sie nach der Heiligen Barbara benannt.

Die Kirche hat einen aus Sandsteinquadern erbauten Turm, bei dem das Untergeschoss aus dem Jahr 1491, das Obergeschoss aus dem Jahr 1679 datiert. Im UG befindet sich der Altarraum, im OG die drei Glocken, die die ältesten „Einrichtungsgegenstände“ der Kirche sind und seit ihrer Anschaffung in den Jahren 1521, 1572 und 1683 erhalten werden konnten. Gekrönt wird der Turm von einem Spitzhelm.

An der Südseite des Chorturms befindet sich eine Sonnenuhr aus dem Jahre 1679, deren Zifferblatt in das Mauerwerk aus Sandsteinquadern eingeritzt ist. Im Jahre 1986 wurde die Sonnenuhr von Dieter Birmann wiederhergestellt.

Das Langhaus wurde im Jahre 1685 in heutiger Form erbaut. An der äußeren Gestalt der Kirche wurden seitdem keine wesentlichen Änderungen mehr vorgenommen, eine größere Renovierung fand 1748/49 statt.

Der Innenraum wurde 1777 von Hofbaumeister Steingruber barockisiert. Der Altar wurde 1773 von Dorothea Wirth gestiftet, er zeigt als Intarsien das Abendmahl und ein Bild des gekreuzigten Christus. Als oberer Aufsatz schließt eine plastische Darstellung des Auferstandenen zusammen mit einem brandenburgischen Wappen den Altar ab. Die Kanzel datiert auf das Jahr 1765. Sie zeigt Christus mit der Weltkugel und Petrus mit dem Schlüssel als Einlegearbeiten in den Feldern. Der Taufstein, aus Sandstein bestehend, wurde 1757 von Adam Zolles gestiftet. Ein Engel trägt das Taufbecken. 1888 wurde ein anderer Taufstein gestiftet, der aber 1949 wieder durch den alten ersetzt wurde.

Die Orgel befindet sich auf der westlichen Empore und stammt von der Fa. Steinmeyer aus Öttingen. Emporen finden sich in der Kirche an der Nordseite(2) und der Westseite(1). Mit dem unteren Kirchenraum bietet die Kirche Sitzplätze für etwa 180 Personen.

1927 wurde die elektrische Beleuchtung eingerichtet, 1931 die erste elektrische Warmluftheizung installiert. 1969/70 fand eine umfassende Innenrenovierung der Kirche statt. Sie erhielt damals ein völlig neues Gestühl. Auch die farbigen Fenster an der Südseite wurden im Zuge dieser Renovierung entfernt. Das Mittelstück eines dieser Fenster konnte hinter dem Altar in ein vorhandenes Fenster integriert werden. Nach über 30 Jahren „Schattendasein“ wurde es 2008 für erhaltenswert befunden und erhielt nach einer Restauration seinen alten Platz neben der Kanzel wieder. Die letzte Renovierung datiert auf das Jahr 2000. Der Innenraum wurde farblich leicht umgestaltet und ein neues Heizsystem eingebaut, das der Wandfeuchtigkeit entgegenwirkt. Auch außen wurden die nötigen Reparaturen ausgeführt.




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PFARRHAUS
UNTERNBIBERT

Das Pfarrhaus, ein zweigeschossiger Krüppelwalmdachbau, wurde 1710 erbaut. Durch den neuen Platz am Rand des Friedhofs wurde automatisch der Friedhof erweitert. 1807 musste eine größere Reparatur vorgenommen werden. 1902 wurde ein Wasseranschluss gelegt und 1911 die elektrische Beleuchtung eingerichtet. Eine ehemals vorhandene Pfarrscheune wurde vor etwa 40 Jahren abgerissen. Seit die Kirchengemeinde Unternbibert keinen eigenen Pfarrer mehr hat, wird das Pfarrhaus von Pfarrern im Ruhestand bewohnt. Im Jahr 2000 wurde es nochmals völlig renoviert.




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ALTES SCHULHAUS
UNTERNBIBERT

Das zweistöckige ehemalige Schulgebäude wurde in den Jahren 1884-1886 errichtet und diente bis 1969 als Schulhaus. Heute wird das Gebäude als Gemeindehaus der Evang.-Luth. Kirchengemeinde genutzt. In dem 1954/55 erstellten Schulhausanbau befand sich in den Jahren 1989-2010 der Kindergarten. Seit Eröffnung der neuen Kindertagesstätte in Rügland steht dieser Gebäudeteil örtlichen Vereinen als Vereinsheim zur Verfügung.




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EHEMALIGE OFFENE SCHMIEDE
UNTERNBIBERT

Das vermutlich älteste Haus in Unternbibert ist die offene Schmiede neben der Kirche. Das Fachwerkgebäude stammt aus dem Jahr 1624. Geschmiedet wurde in der offenen Schmiede bis in die 50er Jahre.



BRAUEREI REUTER
UNTERNBIBERT




Gegenüber von Kirche und Schmiede befindet sich die Unternbiberter Brauerei. Der zweigeschossige Satteldachbau mit Fachwerkgiebel wurde entsprechend der Inschrift über der Eingangstür im Jahr 1717 erbaut.

Das bernsteinfarbene, naturtrübe "Biberter Bier", braut Ludwig Reuter bis heute nach alter Tradition. Es ist weit über die Grenzen des Landkreises Ansbach hinaus bekannt und beliebt und kann im Direktverkauf ab Brauerei erworben oder im Landgasthof Krone in Unternbibert genossen werden.




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GASTHAUS "ZUR KRONE"
UNTERNBIBERT

Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert wurde von der Familie Enzner liebevoll saniert und erhielt dafür den Staatspreis für private Leistungen im Rahmen des bayerischen Wettbewerbs für ländliche Entwicklung 2005/2006.

Der traditionell fränkische Landgasthof bietet regionale und saisonale Spezialitäten in gemütlicher und familiärer Atmosphäre und ist aufgrund der guten fränkischen Küche und des historischen Ambientes als Ausflugsgaststätte sehr beliebt.




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BIBER-BRUNNEN
UNTERNBIBERT

Im Rahmen der Flurbereinigung und Dorferneuerung in den Jahren 1990-2006 wurde der Dorfplatz in der Ortsmitte neu gestaltet. Beim Abschlussfest zum Verfahren Unternbibert konnte im Juli 2006 der neu errichtete Biber-Brunnen eingeweiht werden.


Gemeinde Rügland
Hirtenweg 24
91622 Rügland

Telefon: +49 (0) 9828 244
Telefax: +49 (0) 9828 1241
gemeinde@ruegland.de

VG Weihenzell
Ansbacher Str. 15
91629 Weihenzell

Telefon: +49 (0) 9802 95010
Telefax: +49 (0) 9802 950129
poststelle@vg-weihenzell.de 

    

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